{"id":364,"date":"2015-09-03T19:08:24","date_gmt":"2015-09-03T19:08:24","guid":{"rendered":"http:\/\/lehr-instrumente.de\/?p=364"},"modified":"2015-09-03T19:12:54","modified_gmt":"2015-09-03T19:12:54","slug":"foerderung-der-kompetenzentwicklung-mit-digitalen-medien-teil-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lehr-instrumente.de\/?p=364","title":{"rendered":"F\u00f6rderung der Kompetenzentwicklung mit digitalen Medien&#8230; Teil 3"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Kolleginnen und Kollegen,<\/p>\n<p>Sommer&#8230; Gartenarbeit und Urlaub&#8230; schwups sind auf einmal fast drei Monate vorbei. Sorry, dass es erst jetzt weitergeht mit dem dritten Teil der Reihe. In diesem etwas l\u00e4ngerem Beitrag geht es um einen \u00dcberblick \u00fcber die Medienvielfalt und um Begriffskl\u00e4rungen, bevor es in zwei Wochen weiter geht mit der Vorstellung konkreter Einsatzm\u00f6glichkeiten in der Praxis &#8211; der Erstausbildung. <a href=\"https:\/\/lehr-instrumente.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/408014_web_R_K_by_Niko-Korte_pixelio.de_.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-197\" src=\"https:\/\/lehr-instrumente.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/408014_web_R_K_by_Niko-Korte_pixelio.de_.jpg\" alt=\"408014_web_R_K_by_Niko Korte_pixelio.de\" width=\"234\" height=\"158\" \/><\/a><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Medien sind schon immer f\u00fcr Kommunikations- oder Lernzwecke genutzt worden und pr\u00e4gten hierbei auch die kulturelle Entwicklung von Gesellschaften (Kerres 2013, S.120).<br \/>\nMedien k\u00f6nnen als Informationstr\u00e4ger oder auch als \u201eVermittler zwischen dem Menschen und seiner Umwelt\u201c gesehen werden, wobei z.B. auch die Sprache als Medium gesehen werden kann (de Witt\/Czerwionka 2013, S.14). Das Alphabet und sp\u00e4ter der Buchdruck erm\u00f6glichten die \u00dcberlieferung und Verbreitung von Informationen sowie Wissen und beeinflussten somit damals ebenso die kulturelle Entwicklung der Gesellschaft. Die \u201edigitale Revolution\u201c f\u00fchrte zum n\u00e4chsten gesellschaftlichen Wandel und Umbruch, da digitale Medien unsere Lebenswelt stark beeinflussen und noch nie dagewesene M\u00f6glichkeiten bieten (St\u00f6cklin 2012, S.58f.).<\/p>\n<p>Digitale Medien werden auch als Neue Medien bezeichnet und funktionieren auf der Grundlage digitaler Informations- und Kommunikationstechnologien. Die Informationen liegen hierbei in digitaler Form vor. Die \u201ealten\u201c analogen Medien wie z.B. Texte, Musik oder Bilder spielen weiterhin eine Rolle, allerdings m\u00fcssen analoge Daten erst digitalisiert\u00a0werden, damit sie vom Computer als bin\u00e4re Daten auch erfasst werden k\u00f6nnen. Somit geh\u00f6ren zu digitalen Medien alle Medien, die auf digitalen Codes basieren und von der Soft- und Hardware eines Computers verarbeitet werden k\u00f6nnen. Hierzu z\u00e4hlen z.B. die auf einer Festplatte oder einer DVD gespeicherten Daten sowie die online im Internet zug\u00e4nglichen Informationen. Die verschiedenen Ger\u00e4teklassen eines Computers liegen heutzutage ebenso in vielf\u00e4ltiger Form vor, vom Stand-PC bis zu den mobilen Technologien wie dem Smartphone oder dem Tablet. Technologische Entwicklungen erm\u00f6glichten eine Miniaturisierung der Endger\u00e4te sowie auch eine Verschmelzung der Funktionen. Aber auch Peripherieger\u00e4te wie der Beamer oder die digitale Tafel sind von neuen Medien eingeschlossen, da die Informationen digital \u00fcbertragen werden (Precht et al. 2004, S.26f.; Kerres 2013, S.6).<\/p>\n<p>Diese technologischen Fortschritte mit der Digitalisierung, Miniaturisierung und auch der Vernetzung haben zu vorher noch nicht dagewesenen M\u00f6glichkeiten, den Eigenschaften Neuer Medien, gef\u00fchrt. Neu sind hierbei die aufgrund technischer Fortschritte st\u00e4ndig optimierten Anordnungen und Verkn\u00fcpfungen der Informationen. Ebenso die Darstel-lungsformen, die r\u00e4umlich und zeitliche Flexibilisierung der Nutzung und der Vernetzung sowie deren \u00dcbertragungsgeschwindigkeit (de Witt\/Czerwionka 2013, S.135f.).<br \/>\nDie Multimedialit\u00e4t erm\u00f6glicht eine gleichzeitige Darbietung von z.B. Text, Bild, Animation und Ton. Diese Medienkombination kann multimodal aufgenommen werden, d.h. mehrere Sinneskan\u00e4le werden gleichzeitig angeregt (Rey 2009, S.16f.). Gerade f\u00fcr das Lernen wurde diese Eigenschaft als ein gro\u00dfes Potential angesehen, da verschiedene Sinneskan\u00e4le gleichzeitig angesprochen werden und der Lerninhalt vom Nutzer differenziert abgespeichert werden kann. Eine \u00dcberladung kann aber nach kognitivistischen Erkenntnissen ebenso zu einem Cognitive Overload f\u00fchren, so dass die Gestaltung nach bestimmten Designprinzipien erfolgen sollte (siehe Kapitel 6) (Niegemann et al. 2008, S.45f.).<\/p>\n<p>Digitale Medien zeichnen sich ebenso durch eine Interaktivit\u00e4t aus, d.h. sie bieten dem Nutzer verschiedene Eingriffs- und Steuerungsm\u00f6glichkeiten und damit die M\u00f6glichkeit die Auswahl an dem individuellen Vorwissen und Bed\u00fcrfnissen anpassen zu k\u00f6nnen. Eigeninitiative ist m\u00f6glich z.B. bei der Steuerung eines Lernspiels auf einer DVD, dem Anklicken der Links eines Textes, den verschiedenen Angeboten einer virtuellen Lernum-gebung, bei der Recherche mit Internetsuchmaschinen oder dem Beitritt zu einem sozialen Netzwerk (de Witt\/Czerwionka 2013, S.16).<\/p>\n<p>Digitale Medien k\u00f6nnen in vielf\u00e4ltigen Bildungsszenarien ihren Einsatz finden. Eine Unterteilung kann nach dem Grad der Virtualisierung vorgenommen werden. Der Pr\u00e4senzunterricht kann z.B. durch die Nutzung von digitalen Medien angereichert werden, oder es\u00a0findet eine Kombination von Pr\u00e4senz- und Online-Phasen statt- das Blended Learning, auch hybrides Lernen genannt. Nat\u00fcrlich kann ebenso ausschlie\u00dflich ein Lernen mit digitalen Medien stattfinden, z.B. nur mit Lernprogrammen, das Computerbasierte Training (CBT), oder ein webbasiertes Online- Lernen (Arnold et al. 2013, S.120f.; Schulmeister 2006, S.192).<\/p>\n<p>F\u00fcr ein selbstgesteuertes Lernen bieten digitale Medien somit vielf\u00e4ltige M\u00f6glichkeiten. Auch eine Steigerung der Lernmotivation kann durch Nutzung digitaler Medien erreicht werden, da die Nutzung zeitlich flexibel sowie selbstbestimmt erfolgen kann. In den Anf\u00e4ngen des Computerzeitalters erhoffte man sich daher mit dem Einsatz digitaler Medien im Bildungsbereich neben einer Kostenersparnis zugleich einen h\u00f6heren Lerngewinn. Euphorisch glaubte man, dass Lernende allein mit Hilfe der behavioristisch orientierten programmierten Unterweisung mittels des Computerbasierten Trainings (CBT) ihre Lernziele erreichen k\u00f6nnen. Lernen mit neuen Medien wurde als Alternative zu personalen Unterrichtsformen gesehen und man glaubte auf eine Lehrkraft als Unterst\u00fctzung verzichten zu k\u00f6nnen. Doch die anf\u00e4nglich zu hohen Erwartungen haben sich mittlerweile relativiert (Kerres 2013, S.136f.). Nur zu Beginn der Mediennutzung tritt bei den Lernenden ein Motivationsschub ein, der als Neuigkeitseffekt bezeichnet wird (ebd., S.78). Zudem kann mit dieser behavioristisch gepr\u00e4gten Lernform nur Faktenwissen erworben werden.<\/p>\n<p>Damit die Medienpotentiale ausgesch\u00f6pft werden k\u00f6nnen, muss zun\u00e4chst eine Selbstlern-kompetenz bei den Lernenden aufgebaut werden. Gerade am Anfang ist eine Unterst\u00fctzung durch Lehrende wichtig. Zudem muss ein Medieneinsatz f\u00fcr Bildungsprozesse vorher didaktisch geplant werden und Orientierungshilfen bieten. Ein Bildungsvorhaben mit Medien muss wie der Pr\u00e4senzunterricht auch an den Parametern des didaktischen Feldes ausgerichtet werden (Kerres 2013, S.74f.; Zimmer 2014, S.10f.).<br \/>\nDank technischem Fortschritt k\u00f6nnen immer ausgefeiltere Programme konstruktivistisch orientierte virtuelle Lernwelten und Simulationen anbieten und moderne Lernsysteme aufgrund von Interaktionsdaten eine Adaptivit\u00e4t erm\u00f6glichen, d.h. die Anpassung der Lernangebote an die Pr\u00e4ferenzen des jeweiligen Nutzers. Das Lernsystem kann den Wissensstand und auch die Fehler des Lernenden im Lernprozess ermitteln, um ihm dementsprechend angepasste Inhalte im n\u00e4chsten Lernschritt anzubieten Eine Individualisierung des Lernprozesses wird auf diese Weise erm\u00f6glicht. Ein weiteres Potential von digitalen Medien in Lernprozessen, vorrangig von webbasierten Angeboten, ist die hohe Aktualit\u00e4t, also die M\u00f6glichkeit die Lerninhalte stets schnell aktualisieren zu k\u00f6nnen (Kerres 2013, S.138; Leutner 2009, S.118). Dennoch ist das reine E-Learning f\u00fcr den einzelnen Lernenden schwer durchzuhalten und es erfordert bestehende gut ausgebildete Selbstlernkompetenzen. Das Blended Learning, auch Hybrides Lernen genannt, bei dem eine didaktisch sinnvolle Verkn\u00fcpfung von Pr\u00e4senz- und Online- Lehre stattfindet, hat sich im Vergleich zu ausschlie\u00dflich virtuellen Lehrprozessen als effizienter herausgestellt. Das vorherige Kennenlernen der Lernenden f\u00fchrt zu einer sozialen Eingebundenheit. Lernende k\u00f6nnen sich gegenseitig motivieren und unterst\u00fctzen (Kerres 2013, S.9).<\/p>\n<p>Dieses verdeutlicht die Wichtigkeit des kooperativen Lernens bzw. der Interaktion der Lernenden f\u00fcr einen Bildungserfolg. Auch hierf\u00fcr gab es immense technische Fortschritte. Sogenannte CSCL-Umgebungen (Computer Supported Cooperative Learning) bieten diverse medientechnische Werkzeuge zur Unterst\u00fctzung von Kommunikation, Koordination und Kooperation in Lerngruppen \u00fcber r\u00e4umliche und zeitliche Grenzen hinaus. McLuhans (1995) Zukunftsvision der Welt als \u201eglobal village\u201c wird zumindest f\u00fcr alle m\u00f6glich, die \u00fcber einen Zugang zu den neuen Technologien verf\u00fcgen. Die Kommunikation kann mit den weltweit verstreuten Nutzern synchron, zeitgleich z.B. \u00fcber textbasierte Chats oder multimedial mit Instant Messaging Systemen wie Skype oder synchronen Konferenzsystemen erfolgen, aber auch ein asynchroner, zeitversetzter Austausch ist z.B. \u00fcber E-Mails oder in Foren m\u00f6glich. Soziale Netzwerke wie Facebook oder Google+ integrieren inzwischen mehrere Kommunikationsarten.<br \/>\nDank Groupware und Awareness Tools -Werkzeuge, die das Gruppenbewusstsein und auch ein koordiniertes Arbeiten unterst\u00fctzen\u00a0 k\u00f6nnen z.B. Mitarbeiter nicht nur miteinander kommunizieren, sondern auch zusammenarbeiten und gemeinsam Konstrukte herstellen. Awareness Tools unterst\u00fctzen sozioemotionale Prozesse in der Gruppe und erm\u00f6glichen eine soziale Wahrnehmung, indem z.B. die Pr\u00e4senz und die Aktivit\u00e4ten der anwesenden Gruppenmitglieder dargestellt werden. Auf diese Weise wird versucht, die durch das Medium aufgerissene Kluft in der Kommunikation zu schlie\u00dfen (Sch\u00fcmmer\/Haake 2012, S.86f.; Lukosch 2007, S.16f.). Sogenannte Mehrbenutzer- oder Kooperative Editoren erm\u00f6glichen nicht nur eine gemeinsame Datenablage, sondern die gemeinsame Erstellung und gleichzeitige Bearbeitung eines Textes oder eines anderen Artefakts \u00fcber r\u00e4umliche Grenzen hinweg. Allgemein bekannt ist z.B. die Online-Office-Anwendung von Google Docs, hier k\u00f6nnen Daten gemeinsam geteilt und asynchron als auch synchron bearbeitet werden. Auch hier kann man ersehen, wer von der Gruppe gerade anwesend ist, und mittels der unterschiedlich gef\u00e4rbten Teilnehmercursors kann ebenso die Aktivit\u00e4t der einzelnen Gruppenmitglieder wahrgenommen werden. Mittels technischer Raffinessen ist es auf diese Weise m\u00f6glich, dass die Teilnehmer immer die aktuell bearbeitete Version sehen k\u00f6nnen, obwohl nahezu zeitgleich andere Teilnehmer den Text ver\u00e4ndern (Holmer\/J\u00f6dick 2012, S.115; Lukosch 2007, S.22). Diese faszinierende bisher noch nicht dagewesene M\u00f6glichkeit der Kollaboration wird z.B. auch von Teilnehmern genutzt, die nicht r\u00e4umlich voneinander getrennt sind. Teams oder Mitarbeiter eines Unternehmens nutzen f\u00fcr ihre Besprechungen z.B. Elektronische Sitzungsr\u00e4ume, die diese Kooperationswerkzeuge enthalten und auf diese Weise bei einer gemeinsamen Texterstellung, einer Informationsstrukturierung oder f\u00fcr eine Ideengenerierung unterst\u00fctzen (ebd., S.22f.).<\/p>\n<p>Wie die Erl\u00e4uterungen zeigen, entwickelten sich nicht nur die Hard- und Softwareangebote weiter, sondern u.a. auch wegen einer st\u00e4ndigen Optimierung der Programmiersprachen die Angebote und Eigenschaften des Internets. Das Internet der ersten Generation, auch Web 1.0 genannt, zeichnete sich durch eine geringe Nutzerzahl, eine langsame \u00dcbertra-gungsgeschwindigkeit und statischen Webseiten aus, die via Hyperlinks angesteuert wur-den. Die Informationen oder das Wissen konnten nur von Organisationen oder Experten ins Internet gestellt werden, die Internetnutzer waren lediglich Consumer oder Rezipienten. Erpenbeck und Sauter (2013, S.10) bezeichnen Web 1.0 als \u201eInformationsspeicherungs- und Informationsverschiebebahnhof\u201c, u.a. weil die im Internet eingestellten Informationen noch von den Nutzern gesammelt und offline auf dem eigenen Rechner archiviert wurden. Seit Anfang des Jahrtausends stieg die Internetnutzeranzahl rasant an. Der Breitbandausbau wie auch Flatrate-Angebote erm\u00f6glichten ein schnelleres und kosteng\u00fcnstigeres Inter-net (Alby 2008, S.6f.). Das Internet wandelte sich zum Web 2.0. Dieser Begriff wurde von O\u00b4Reilly (2005) gepr\u00e4gt. Zwar geht es immer noch um die Weitergabe und Verbreitung von Informationen und Wissen, aber dank einer vereinfachten Technik k\u00f6nnen Nutzer nun auch selber zum Producer werden und eigene Inhalte sowie ihr Wissen ins Internet stellen (User generated Content) -daher auch der Ausdruck \u201eProsumer\u201c. Zudem ist der gesteigerte Vernetzungscharakter durch die bereits erw\u00e4hnten Social-Software-Anwendungen, auch Social Media genannt, hervorzuheben. Das Internet ist nicht mehr nur ein Abrufmedium, sondern wird vom Partizipationsgedanken durchzogen (Braun-Goertz 2012, S.12; Alby 2008, S.91f).<\/p>\n<p>Unter Social Software werden Systeme verstanden, mit denen Menschen kommunizieren, zusammenarbeiten oder auf eine andere Art interagieren k\u00f6nnen. Dabei sind erstellte Inhalte und involvierte Nutzer kontinuierlich miteinander vernetzt. Social-Software-Plattformen aller Art wie z.B. die \u00f6ffentlichen sozialen Netzwerke wie Facebook, Twitter oder das Microblogging mit dem Enterprise Social Network Yammer, die Weblogs und Wikis \u00a0werden als typische Vertreter angesehen. Aber auch elektronische G\u00e4steb\u00fccher und Diskussionsforen, Instant Messengers, Social- Bookmarking- Dienste und Chats sowie virtuelle Kontakt- und Tauschb\u00f6rsen geh\u00f6ren dazu. Zudem k\u00f6nnen die Nutzer selbst produzierte Videos und Podcasts ins Netz stellen, oder in die obengenannten Anwendungen integrieren (Alby 2008, S.92; Pleil 2013, S.79).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/lehr-instrumente.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Social-Software.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-365\" src=\"https:\/\/lehr-instrumente.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Social-Software.png\" alt=\"Social Software\" width=\"422\" height=\"266\" srcset=\"https:\/\/lehr-instrumente.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Social-Software.png 422w, https:\/\/lehr-instrumente.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Social-Software-300x189.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 422px) 100vw, 422px\" \/><\/a><br \/>\nAbbildung 7: Anwendungen der Social Software (Quelle: M\u00fcller\/Gronau 2007, S.13)<\/p>\n<p>Das Ph\u00e4nomen Social Software kann in Handlungsoptionen und in soziale Funktionen unterschieden werden. Zu den handlungsorientierten Nutzungsoptionen z\u00e4hlen \u201eAuthoring, Sharing, Collaboration, Networking sowie Scoring and Filtering\u201c (Pleil 2013, S.79f.). Die letzte Handlungsoption -Scoring and Filtering- zeichnet eine weitere besondere Eigen-schaft von Social Software aus, n\u00e4mlich das m\u00f6gliche selbstorganisierte Bewerten, Filtern und Zusammenstellen von Informationen bzw. Anwendungen mittels Tagging (Verschlagwortung) oder Mash-Ups (Vermischung von Inhalten) (Alby 2008, S.142f.).<br \/>\nDie drei sozialen Funktionen von Social Software bilden nach Schmidt (2008, S.24) zum einen das Informationsmanagement. Hierunter wird die M\u00f6glichkeit verstanden innerhalb hypertextueller und sozialer Netze Informationen zu finden und diese f\u00fcr sich gewinnbringend nutzen zu k\u00f6nnen. Mit Social Software l\u00e4sst sich zum anderen auch die eigene Person pr\u00e4sentieren, diese M\u00f6glichkeit wird als Identit\u00e4tsmanagement verstanden. Die M\u00f6glichkeit soziale Beziehungen zu schaffen, zu pflegen sowie auszubauen wird als Beziehungsmanagement bezeichnet.<\/p>\n<p>F\u00fcr Bildungsprozesse und das Konzept des Lebenslangen Lernens er\u00f6ffnet Web 2.0 somit vielf\u00e4ltige M\u00f6glichkeiten. F\u00fcr einen Wissens- und Erfahrungsaustausch sowie f\u00fcr eine Kooperation k\u00f6nnen selbstregulierte Netzwerke entstehen, sogenannte Communities of Practice, die beliebig ausgeweitet werden k\u00f6nnen (Alby 2008, S.89; Koch\/Richter 2009, S.3). Wissen ist im Internet f\u00fcr alle Nutzer in vielf\u00e4ltiger Form verf\u00fcgbar. Viele Lehr- und Lernmaterialien sind als Open Educational Ressources (OER) frei bereitgestellt. Universit\u00e4ten\u00a0oder auch Unternehmen veranstalten MOOC s, Massive Open Online Courses, an denen alle Nutzer kostenfrei teilnehmen k\u00f6nnen und gegebenenfalls als Nachweis die bereits erw\u00e4hnten Badges erhalten. Unternehmen bieten Webinare an, die eine interaktive und beidseitige Kommunikation mit Vortragendem und Teilnehmern erm\u00f6glichen (Erpenbeck\/Sauter 2013, S.58). Mit Hilfe der entwickelten Lizenzvertr\u00e4ge der Non-Profit-Organisation Creative Commons k\u00f6nnen Autoren aber auch genau bestimmen, wie und ob sie ihre eigenen Inhalte auf einer Webseite rechtlich absichern (Erpenbeck\/Sauter 2013, S.72f; Bettel 2010, S.39).<br \/>\nWie positiv und vielf\u00e4ltig die M\u00f6glichkeiten mit dem Netz auch sind, es gibt nat\u00fcrlich auch negative Seiten und Gefahren, die vom heutigen Internet ausgehen. Man sollte sich dar\u00fcber im Klaren sein, dass eingestellte Inhalte meist dauerhaft im Netz verbleiben, daher sollte eine Ver\u00f6ffentlichung nicht un\u00fcberlegt erfolgen. Datenschutz, Urheber- und Pers\u00f6n-lichkeitsrechte sind zu beachten. Die Erstellung von Nutzerprofilen durch die Werbein-dustrie mittels Cookies oder Tracking- Techniken, ungewollte \u00dcberwachung durch Geheimdienste, die Verletzung der Privatsph\u00e4re und Cyber- Mobbing sind weitere negative Seiten, die sowohl auf einen unerl\u00e4sslichen Aufbau der Selbstkompetenz wie auch einer Medienkompetenz, besonders im Hinblick der Dimension Medienkritik sowie auf das von der BMBF (2010, S.7) empfohlene Aufgabenfeld \u201eKommunikation und Kooperation\u201c f\u00fcr die Medienbildung, hinweisen (Zorn 2011, S.175f.). \u201eWelches Web uns in Zukunft zur Verf\u00fcgung stehen wird, wird auch davon abh\u00e4ngen, welches Web wir wollen und ob wir bereit sind, uns f\u00fcr das von uns gew\u00fcnschte Web einzusetzen\u201c (Bettel 2010, S.44).<\/p>\n<p>In Bezug auf eine m\u00f6gliche Bew\u00e4ltigung der Informationsflut bzw. eine gezielte Informa-tionssuche verspricht das Internet der n\u00e4chsten Generation, das Web 3.0, Abhilfe. Das sogenannte Semantic Web ist eine Vision von Berners-Lee (2001) und befindet sich derzeit in der Projekt- und Umsetzungsphase des W3C (World Wide Web Consortiums). Da es immer mehr Informationen gibt und somit die Datenmenge im Internet immer gr\u00f6\u00dfer wird, ist auch eine effiziente Informationssuche immer schwieriger. Das Semantic Web soll eine intelligente Verkn\u00fcpfung von Daten bieten, hierf\u00fcr werden mittels Metadaten Informationen zueinander in logische und semantische Beziehungen gesetzt. Daf\u00fcr m\u00fcssen die bisher auf Hypertext basierenden Internetinhalte mit Web-Ontologien, Konzeptnetzen, hinterlegt werden. Die Informationen werden so repr\u00e4sentiert, dass die Computer damit in einer Art und Weise umgehen k\u00f6nnen, die aus menschlicher Sicht n\u00fctzlich erscheint. Eine intelligente Interpretation von Suchanfragen wird m\u00f6glich (Tolksdorf 2007; Erpen-beck\/Sauter 2013, S.15). \u201eThe Semantic Web is not a separate Web but an extension of the current one, in which information is given well-defined meaning, better enabling computers and people to work in cooperation\u201c(Berners-Lee et al., 2001, S.3).<br \/>\nErpenbeck und Sauter (2013, S.50) sehen hier gro\u00dfe Potentiale f\u00fcr das zuk\u00fcnftige Lernen und die Kompetenzentwicklung. Semantische Netze werden eine wert- und deutungsbezogene Kommunikation im Netz mit einem \u201eHuman Computer\u201c erm\u00f6glichen. Neben der bereits bestehenden Vernetzungsm\u00f6glichkeit mit Lernpartnern und Netzwerken werden Lernende den Computer als Lernpartner nutzen, der ihnen ein Personal Learning Environment, eine auf das jeweilige Individuum angepasste pers\u00f6nliche, cloud-basierte Lernlandschaft mit semantischen Systemen, anbietet.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Literaturverzeichnis<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Alby, Tom (2008). Web 2.0. Konzepte, Anwendungen, Technologien, 3. Auflage, M\u00fcnchen: Hanser.<\/p>\n<p>Arnold, Patricia; Kilian, Lars; Thillosen, Anne; Zimmer, Gerhard (2013): Handbuch E-Learning. Lehren und Lernen mit digitalen Medien, 2. Auflage, Bielefeld: Bertelsmann.<\/p>\n<p>Berners-Lee, Tim; Hendler, James; Lassila, Ora (2001): The Semantic Web. A new form of Web content that is meaningful to computers will unleash a revolution of new possibilities. Online unter: http:\/\/www.jeckle.de\/files\/tblSW.pdf Letzter Zugriff am 14.12.2014.<\/p>\n<p>Bett, Katja; Gaiser, Birgit (2010): E- Moderation. Online unter: http:\/\/www.e-teaching.org\/lehrszenarien\/vorlesung\/diskussion\/e-moderation.pdf Letzter Zugriff am 31.12.2014.<\/p>\n<p>Bettel, Sonja (2010): Welches Web wollen wir? In: Fugl\u00e9wicz-Bren, Marion; Kaltenb\u00f6ck, Martin; Friesinger, G\u00fcnther; Thurner, Thomas (Hrsg.): ZukunftsWebBuch. Chancen und Risiken des Web 3.0, Wien, edition mono, S.38-44.<\/p>\n<p>Braun-Goertz, Annette (2012): Weltenwandler \u2013 Ver\u00e4nderungen im Zeitalter digitaler Medien &#8211; unternehmerische Kommunikation mit High Speed Faktor, In: Lembke, Gerald; Soyez, Nadine (Hrsg.): Digitale Medien im Unternehmen. Perspektiven des betrieblichen Einsatzes von neuen Medien, Heidelberg, Springler Gabler, S.3-24.<\/p>\n<p>de Witt, Claudia; Czerwionka, Thomas (2013): Mediendidaktik, Bielefeld: wbv.<\/p>\n<p>Erpenbeck, John; Sauter, Werner (2013): So werden wir lernen! Kompetenzentwicklung in einer Welt f\u00fchlender Computer, kluger Wolken und sinnsuchender Netze, Heidelberg: Springer.<\/p>\n<p>Hinze, Udo (2004). Kooperatives E-Learning. Online unter: http:\/\/www.e-teaching.org\/lehrszenarien\/seminar\/gruppenarbeit\/koop_e-learning.pdf. Letzter Zugriff am 10.12.2014.<\/p>\n<p>Kerres, Michael (2013): Mediendidaktik. Konzeption und Entwicklung mediengest\u00fctzter Lernangebote, 4. Auflage, M\u00fcnchen: Oldenbourg.<\/p>\n<p>Lukosch, Stephan (2007): Computerunterst\u00fctztes kooperatives Arbeiten &#8211; CSCW. Kurseinheit 1: Grundlagen kooperativen Arbeitens, Studienbrief der Fernuniversit\u00e4t Hagen 01880, Hagen: FernUniversit\u00e4t Hagen.<\/p>\n<p>McLuhan, Marshall; Powers, Bruce R. (1995): The Global Village. Der Weg der Medienge-sellschaft in das 21. Jahrhundert, Paderborn: Junfermann.<\/p>\n<p>M\u00fcller, Claudia; Gronau, Norbert (2007): Analyse sozialer Netzwerke und Social Software &#8211; Grundlagen und Anwendungsbeispiele, Berlin: GITO.<\/p>\n<p>Pleil, Thomas (2013): Public Relations: Grundlagen und aktuelle Entwicklungen, Studienbrief der FernUniversit\u00e4t in Hagen 04328, Hagen: FernUniversit\u00e4t Hagen.<\/p>\n<p>Schulmeister, Rolf (2006): eLearning: Einsichten und Aussichten, M\u00fcnchen: Oldenbourg.<\/p>\n<p>Zorn, Isabel (2011): Medienkompetenz und Medienbildung mit Fokus auf Digitale Medien, In: Moser, Heinz; Grell, Petra; Niesyto, Horst (Hrsg.): Medienbildung und Medienkompe-tenz, M\u00fcnchen, kopaed, S.175-209.<\/p>\n<p>Zorn, Isabel; Auw\u00e4rter, Andreas; Kr\u00fcger, Marc; Seehagen-Marx, Heike (2011): Educasting. Wie Podcasts in Bildungskontexten Anwendung finden. Online unter: http:\/\/www.pedocs.de\/volltexte\/2013\/8351\/pdf\/L3T_2013_Zorn_et_al_Educasting.pdf Letzter Zugriff am 23.12.2014.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Kolleginnen und Kollegen, Sommer&#8230; Gartenarbeit und Urlaub&#8230; schwups sind auf einmal fast drei Monate vorbei. Sorry, dass es erst jetzt weitergeht mit dem dritten Teil der Reihe. 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